Island 2017 – Vorwort

Island Motorrad Reise

Eigentlich hatte ich das Thema Island mit dem Motorrad schon zu den Akten gelegt. Als wir aber im Juli 2016 auf unsere Norwegentour auf einem Parkplatz stehen da hält ein Wohnmobil mit komischem Nummernschild neben uns. Nordicbiker Kai-Uwe bringt in Erfahrung das der gute Mann von den Färöer Inseln ist. Dieser geht in sein Wohnmobil und kommt mit Färöer Prospekten wieder heraus. Haben wir den Tourismus Minister getroffen? Man weiß es nicht aber als ich die Prospekt durchblättere war mir klar, da muss ich mal hin! Als dann Kai-Uwe auch noch mit Island anfängt zeichnet sich langsam ein Plan in meinen Kopf ab. Das wäre mal ein Abenteurer, mit der Fähre zu den Färöer Inseln und dann weiter nach Island.

Island Gedanken

Zuhause angekommen geht mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf. Und auch Kai-Uwe scheint angetan. Selbst war er schon einige Male auf Island aber noch nie mit dem Motorrad. Es stellt sich aber schnelle raus das wir die Anfahrt getrennt veranstalten müssen. Kai-Uwe ist nicht seefest und für Ihn kommt nur fliegen in Betracht. Er schaut sich auf YouTube Videos von heftigen Nordatlantik Überfahrten an wo LKWs duch den Laderaum geschleudert werden aber auch die können sein Herz für die Fährfahrt nicht erwärmen, warum nicht 😉 Mir ist das relativ egal, zum einen bin ich noch nie richtig Seekrank geworden und zum andern was juckt mich das vor der Fahrt. Ich mache mir Gedanken wenn es soweit ist. Übrigens haben sie an Bord wohl recht gute Pillen für den Notfall. Kai-Uwe versucht wirklich alles, aber er kommt zudem auch noch aus Stockholm und das macht die Sache nicht einfacher. Das Motorrad muss in Dänemark verschifft werden und kommt in Seyðisfjörður an, man selbst fliegt und kommt auf der anderen Seite Islands in Reykjavík an. Dann braucht es wieder einen Inlandstransfer zum Moped und und und ….. kurz es war viel zu aufwendig und letztlich auch zu teuer.So ist Kai-Uwe raus und ich mache mir Gedanken ob ich das Ganze alleine durchziehen soll.

Island Planung

Ich entscheide mich im Januar 2017 die Tour alleine zu fahren und buche auch gleich die Fähre mit zweimal Färöer Aufenthalt. Da werde ich hoffentlich ein paar trockene Tage erwischen den es soll dort mit dem Wetter nicht ganz so einfach sein. Die letzten Monate vor der Tour mache ich mich schlau was in Island sehenswert ist. Da ist schnell klar das eine reine Hochlandtour alleine mit all den Furten nicht machbar ist. Aber eventuell kann ich die F35 fahren, das müsste klappen. Ich ziehe mir die wichtigsten Punkte auf das Garmin Montana und werde gegen den Uhrzeigersinn um Island herum fahren. Dabei möchte ich mich auf möglichst kleine Straßen bewegen. Unterstützend habe ich noch eine Island Karte von Reise Kow-How dabei und einen Islandführer ‚Rund um Island auf der Ringstraße‘ Das war es eigentlich mit der Planung. Ich werde die Tagesziele dann jeweils Vorort festlegen in Abhängigkeit des Wetters, der Tagesform und was ich mir anschauen möchte. Auf die Island Campingkarte habe ich verzichtet. Warum kannst Du hier nachlesen.

Island Ausrüstung Camping

Erstmal habe ich mir ein Zeltupdate gegönnt. Aus dem VAUDE Space L 3P, welches mir eigentlich gut gefällt, wurde ein Hilleberg Staika. Dazu noch ein paar Felsnägel. Etwas Reserven bezüglich Wind und Sturm kann nicht schaden. Die Exped SynMat 7 M Isomatte bis -17 Grad und Ajungilak Kompakt 3-Season Schlafsack bis -5 Grad waren prerfekt. Ich habe keine Nacht gefroren. Den Primus Gaskocher, Windschutz und Primus LiTech Trek Kettle Topf. Zwei 440g Gaskartuschen und ein kleiner Campingstuhl.

Ausrüstung Ténéré

Für die Ténéré habe ich das gängige Werkzeug für kleine Reparaturen und Reifenausbau dabei. Zum Reifen flicken eine Luftpumpe und Flickzeug. Ein halber Liter Öl, eine H7 Birne sowie Kettenspray. Brems- und Kupplungshebel, Bowdenzug und Nippel Reparatur-Set. Ein zweiter Kupplungszug ist bei mir fest verbaut und brauch bei Bedarf nur umgestöpselt zu werden. Zu guter Letzt noch Kabelbinder in allen Größen ein paar Ersatzsicherungen und das Garmin Montana Outdoor Navi.

Zum Anziehen

6x Funktionsshirts kurzer Arm, 4x Funktionsshirts langer Arm, Fleecejacke, Softshell Jacke, 1 Pullover, 1 Jeans, 1 Trekkinghose, 1 Wollmütze, 1x Joggingschuhe, eine Kappe und Unterwäsche für 6 Tage.

Zum Fahren

Motorradhose, Motorradjacke, Regenhose, Regenjacke, 2x Sommerhandschuhe, 1x Winterhandschuhe, Staubtuch, Nierengurt, Helm und Motorradstiefel.

Fotoausrüstung

Das Samsung A3 Handy + Powerbank 10.000 mAh. Sony A6000 + 2 Zusatzukas. Kitobjektiv SEL1855, das SEL1018 Weitwinkel, Minolta MD70-210 Telezoom und einige Speicherkarten. Dann noch die Helmkamera Drift HD Ghost mit 2 Ersatzakkus. Das Manfrotto MTPIXI-B PIXI Tischstativ und SIRUI T-005BX/C-10S Traveler Ultralight Stativ. Haida Slim PRO II Digital MC Neutral Graufilter Set bestehend aus ND8, ND64, ND1000 Filtern. Jede Menge Kabel zum laden der einzelnen Komponenten.

Und was sonst noch ?

Küchenutensielien, Salz, Pfeffer, Chillipulver, Olivenöl, Balsamico, Spülmittel, Schwämmchen, Teller, Tasse, Besteck und Waschmittel. Eine kleine Apotheke mit gängigen Medikamenten. 2 Trekkingstöcke, eine Angel, Feuerzeuge, Schweizer Messer, Mückennetz für den Kopf, etwas Sonnenmilch. Dann noch ein paar Vorräte, Asia Nudel, 2 Tütensuppen, Gulasch Dosen, 1x Tomatensoße im Glas, schwarzer Tee und Cappuccino Pulver, Brot und Käse für die ersten Tage.

Was man so alles mitschleppt 😉 Da kommt doch einiges zusammen. Wahrscheinlich habe ich das eine oder andere auch noch vergessen aufzuzählen. Ich bin diesmal auch mit zwei Packrollen unterwegs. Da ich einige Tage auf der Fähre verbringe bot es sich an dafür die kleiner Packrolle mitzunehmen.

So das solle es jetzt aber auch gewesen sein. Wie die Reise weitergeht und ewas ich alles erlebt habe erfährst Du in meinen

Reise-Tagebuch Island 2017

 

 

Island gefahrener Track 2017
Meine gefahrenen Tracks auf Island zum Downlaod

 

Island 2017 – Reisetagebuch Übersicht

Mein Reisetagebuch Island / Färöer 2017

34 Tage mit dem Motorrad auf Island und den Färöer Inseln

Island 2017 – Tag 1 Anfahrt nach Flensburg

Freitag 23.06.2017  Deutschland Flagge

Auf dem Weg nach Flensburg

Endlich ist es soweit, die lange Zeit des Wartens ist vorbei. Die Planungen der letzten Monate sind abgeschlossen, das Moped ist seit gestern fertig bepackt und warten genau wie ich das es endlich los geht. Kurz vor 8 Uhr mache ich mich auf den Weg. Es wird heute ausschließlich über Autobahn gehen. Ich mag das nicht sonderlich aber bis Flensburg ist es weit, ich muss Strecke machen. Es geht über die A3 auf die A1 und von Hamburg dann über die A7 Richtung Flensburg. Dort werde ich kurz vor der Grenze übernachten. So habe ich mir die eventuell anfallende Campingkarte in Dänemark gespart. Manchmal bestehen sie dort darauf und für eine Übernachtung sehe ich das nicht ein.

In Flensburg

Ich komme gut durch mache einmal Rast und bin am Nachmittag in Flensburg auf dem Campingplatz Jarplund  11,- EUR für die Übernachtung sind ok und am Platz ist auch gleich ein kleiner Laden wo ich mir ein paar Steaks für das Abendessen besorge. Der Platz hat eine kleine Zeltwiese auf der außer mir nur ein Zelt steht. Abends fahre ich noch nach Glücksburg um ein paar Fotos vom Wasserschloss zu machen. Es hat angefangen zu regnen und auch die anschließende Fototour in Flensburg wo ich mir schon ein paar Spots ausgesucht hatte fällt größtenteils ins Wasser. Lediglich das Nordertor und ein paar Bilder von der Flensburger Förde habe ich am Abend im Kasten. Schade… dann halt ein anderes mal. Aber die nächsten Wochen versprechen ja gerade Foto mäßig noch einiges zu bieten. So bin ich nicht enttäuscht, fahre zurück und als ich am Camping ankomme hat der Regen aufgehört. Ich trinke noch in Ruhe ein Bier. Dann wird es Zeit, ich will Morgen früh los. Termine an der Fähre mag ich nicht, es kann bis dahin einiges passieren und die Fähre wartet wohl nicht.

 

volle Distanz: 622.48 km
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Island 2017 – Tag 2 Richtung Hirtshals

Samstag 24.06.2017  Dänemark Flagge

Nach Hirtshals zur Fähre

In der Nacht hat es leicht geregnet aber am Morgen ist es wieder trocken. Kleines Frühstück, Zelt abbauen und gegen 7:30 Uhr geht es los Richtung Hirtshals. Dort werde ich mit der Norröna Fähre zuerst nach Färöer und ein paar Tage später nach Island fahren.In Dänemark erwischt mich der Regen für ca. 200km. Irgendwann beschließe ich meine Regensachen anzuziehen. Ich hasse diese Kleidung! Als ich wieder losfahre regnet es keinen Tropfen mehr. Danke Murphys! Gegen 11:30 Uhr bin ich in Hirtshals.

Hirtshals Leuchtturm und Bunkermuseum

Ich habe noch reichlich Zeit, die Fähre geht erst gegen ca. 15:00 Uhr. Also schaue ich mir den Leuchtturm am Bunkermuseum an. So oft war ich schon hier oben habe aber nie die Zeit gefunden mir diesen Leuchtturm näher anzuschauen. Es ist strahlend blauer Himmel, perfekt! Direkt daneben liegt das Bunkermuseum. Auch hier verweile ich einige Zeit. Es ist ein sehr großes Areal. Alles kann ich mir nicht anschauen, es ist mit den Motorradklamotten dann doch zu heiß. Doch was ich sehe beeindruckt schon. Also wenn Ihr mal hier oben seit und etwas Zeit übrig habt dann schaut doch mal vorbei. Ich verweile einige Zeit  bevor ich mich auf den Weg zur Fähre mache.

An der Fähre

Es ist schon voll aber mit dem Moped darf man bis vorne hin fahren. Ich bin kaum angekommen da werde ich auch schon angequatscht. Eh wo fährste hin, wo kommste her, coole Reifen…. genau wie meine. Oh man denk ich lass mich doch erst mal absteigen und den Helm ausziehen 😉 Das war Hartmut und was ich jetzt noch nicht weiß, ich werde noch einige Zeit mit Ihm verbringen. Die Fähre hat zwei Stunden Verspätung aber was da am Terminal abgeht, was ein gewusel beim entladen der Fähre. Die Jungs die die Container rein und raus fahren haben es drauf. Der reinste Ameisenhaufen und so geht die Zeit relativ schnell vorbei.

Abends auf der Norröna Richtung Färöer konnte ich diesen tollen Sonnenuntergang bewundern.

 

volle Distanz: 379.03 km
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Island 2017 – Tag 3 Überfahrt Färöer

Sonntag 25.06.2017  Dänemark Flagge

Überfahrt Färöer

Die Nacht war einigermaßen erträglich. Ich habe die Überfahrt Färöer in den 6er Couchettes auf Deck 2 schon im Januar bei Smyril Line gebucht. Alle 6 Liegen sind belegt. Es ist heiß und eng. Ich schlafe nicht allzu viel. Immer wieder werde ich wach schaue auf das Smartphone aber die Zeit schleicht nur dahin. Der Seegang nimmt langsam zu. Ab 2 Uhr merke ich das die Wellen jetzt so stark sind das die Fähre anfängt zu springen. Immer wieder geht es über die Wellen und mit lautem Geräuschen und spürbarem Aufschlag im Wellental geht es weiter und weiter Richtung Färöer. Wird es noch schlimmer? Hatte Kai-Uwe recht? Bis jetzt bin ich noch nie seekrank geworden. Aber ich bin überrascht, im liegen macht mir die ganze Schaukel keine Probleme. Gegen 6:00 Uhr reicht es mir. Ich kann nicht mehr schlafen und beschließe aufzustehen. Nur kurz auf die Toilette, erleichtern, waschen und dann hoch hinauf auf Deck. Aber leicht gesagt. Es schaukelt wirklich heftig. Als ich vor dem Urinal mein Geschäft erledige merke ich wie mir langsam die Übelkeit in den Kopf steigt. Es wird immer schlimmer und unerträglicher aber ich bin noch nicht fertig. Die Sekunden werden zu Stunden ich merke wie die Beine wackelig werden. Irgendwann bin ich fertig, jetzt aber nicht wie hinauf auf Deck. Ich brauche frische Luft und Weitsicht! Der Weg nach oben zieht sich. Es sind einige Etagen, das geht im Moment nur mit Aufzug. Oben angekommen setze ich mich erst mal ans Fenster wo ich weit sehen kann. Langsam wird es besser und nach einer Stunde bin ich wieder fit.

Ein Tag auf der Fähre

Die Überfahrt Färöer ist zäh wie Kaugummi. Die weiteren Überfahrten nach Island und zurück habe ich nicht so schlimm empfunden. Man bekommt wohl Routine mit der Zeit. Und ws macht man mit der ganzen Zeit? Man geht hierhin und dorthin, quatscht mit dem einen oder anderen. Man kennt ja einige Motorradfahrer noch von der Wartezeit vor der Fähre. Unter anderem Hartmut mit der Trasnsalp aus Bremen. Wir laufen uns öfters über den Weg und tauschen Erfahrungen aus. Alle warten auf das Abendessen, endlich Abwechslung 😉 Der Seegang ist seit Vormittag auch wieder sehr ruhig geworden so wird die Überfahrt Färöer doch noch zum Spaziergang.

Mit der Norröna fahren wir sehr nah an den Shetlandinseln vorbei.

 

Färöer  Färöer Flagge

Wir haben etwas Verspätung. Gegen 23:00 Uhr sind wir endlich Vorort. Werden die Motorräder noch aufrecht stehen? Eine Frage die wohl alle Motorradfahrer quält die mit der Fähre fahren. Aber die Parkdecks sind verschlossen. Als sie geöffnet werden kämpfen wir uns zu den Motorrädern durch. Das ist nicht einfach, das reinste Labyrinth und es ist kaum Platz zwischen den Autos. Mein Moped steht noch brav an seinem Platz. Andere hatte nicht so viel Glück. Zwei sind umgekippt. Bei einem ist eine Fußraste abgebrochen. Das ausschiffen dauert auch noch mal gut eine Stunde. Gegen Mitternacht sind wir endlich auf festem Boden. Zum Camping Tórshavn sind es dann nur knapp 2km. Dort erwartet man uns bereits. Wir checken ein und bauen unsere Zelte auf , es findet sich noch eine lustige Runde zum quatschen und gegen 2:00 Uhr verkriechen sich alle langsam in Ihre Zelte.

 

volle Distanz: 1104.05 km
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Island 2017 – Tag 4 Vágar/Färöer

Montag 26.06.2017  Färöer Flagge

Camping Tórshavn

Die Nacht war nur kurz. Wie immer bin ich einer der ersten der aus dem Zelt gekrochen kommt. Es ist trocken und hat ca. 10 Grad aber ist windstill. Sehr angenehm und ich frühstücke draußen obwohl der Campingplatz Tórshavn eine gute Küche und einen großen Aufenthaltsraum hat. Ich halte mich nicht lange auf, ich will endlich losfahren. Die letzten Tage auf der Fähre, da war nicht viel mit Moped fahren 😉

Auf Vágar

Nach Vágar gelangt man durch einen Tunnel der mautpflichtig ist. Ich habe gelesen das man an jeder Tankstelle ein Ticket bekommen kann. Also los zur nächsten Tanke. Die Verständigung ist nicht einfach, englisch Fehlanzeige. Das Mädel weiß nicht was ich will und schickt mich zum nächsten Postamt. Ich fahre aber zur nächsten Tankstelle. Ok, die Verständigung ist auch hier nicht ganz einfach aber man weiß dann was ich will. Ich bekomme zwar kein Ticket aber muss genau festhalten wann ich wo durch welchen Tunnel fahre. Eigentlich wollte ich ja nach Vágar noch weiter in den Osten Richtung Klaksvík. Dort ist auch noch ein mautpflichtiger Tunnel. Was weiß ich wann und ob ich am zweiten Tunnel ankomme? Ich verstehe das System nicht, das Beste, nachher muss ich dann hier wieder in der Tankstelle vorbeikommen und bezahlen. Gut ich schau mir das mal an und entscheide dann was ich mache. Die Straße führt zunächst an der Küste von Streymoy, der größten Insel, entlang. Ich halte öfters um die Landschaft zu genießen und mache einige Bilder. Dann ab durch den Tunnel nach Vágar. Mein erstes Ziel ist der Wasserfall Múlafossur am Ende der Insel vor dem Ort Gáshólmur. Das Wetter ist super die Landschaft atemberaubend. Es geht durch einen kleinen Tunnel und auf der anderen Seite ändert sich das Wetter schlagartig. Es ist bedeckt und regnet leicht. Der Wasserfall ist Klasse, tief stürzt er ins Meer hinein.

Wanderung zum Leitisvatn

Vom Wasserfall fahre ich zum Leitisvatn oder auch Sørvágsvatn genannt. Das ist der größte Binnensee auf Vágar und den gesamten Färöer. Was ihn so spektakulär macht ist seine Lage 32 Meter über dem Meer und er endet quasi direkt am und über diesem. Der kleiner Bach Bøsdalaá geht vom See ab in den Atlantik. Bis ganz vorne an die Küste ist es eine kleine Wanderung über unwegsames Gelände, mit Motorradklamotten ist das nicht machbar. Also umziehen Kameraausrüstung gepackt und los geht’s. Es geht am Ufer des Leitisvatn vorbei. Immer wieder treffe ich auf Schafe die mich skeptisch begutachten. Das Wetter ist super, blauer Himmel und warm. Es ist schon wirklich spektakulär zu sehen wie der See über dem Meer hängt. Ich schieße ein paar schöne Bilder und mache mich dann wieder auf den Rückweg.

 

Trollzunge / Trøllkonufingur

Ich fahre noch weiter zur Trollzunge. Ein sagenumwobener Monolith an der Südküste von Vágar. Wirklich spektakulär war der Anblick jetzt nicht aber der Weg dahin und auch Vorort war nett. Es gab eine Bank wo man das Panorama genießen konnte. Klasse! Ich komme mit einem älteren Einheimischen ins Gespräch. Er kann gut englisch und meint zum Schluss ich soll allen sagen wie schön es hier ist. Gut dann mache ich das jetzt hier. Leute es war richtig geil auf Vágar und wer mit der Fähre bis Island durch fährt ist selber schuld!

Es ist schon spät geworden und bis nach Klaksvík mach das keinen Sinn mehr. Also fahre ich zurück nach Tórshavn und stelle mein Zelt dort wieder auf. Auf dem Platz treffe ich noch Martin, er ist in Rente und will mit dem Fahrrad 8 Wochen nach Island. Respekt! Und was war mit der Tunnelmaut? Da schlafe ich erst mal eine Nacht drüber und entscheide morgen 😉

 

 

volle Distanz: 125.54 km
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Island 2017 – Tag 5 Streymoy & Eysturoy (Färöer)

Dienstag 27.06.2017  Färöer Flagge

Streymoy

Heute bin ich mit Hartmut unterwegs den ich von der Fähre kenne. Wir wollen zusammen den Norden von Streymoy erkunden. Von Tórshavn fahren wir diesmal über den Oyggjarvegur. Das ist eine alte Hauptstraße die nicht an der Küste entlang geht sondern hoch oben über den Bergrücken führt. Es ist recht frisch und etwas neblig. Wir sehen beeindruckende Felsformationen mit abgefahrenen Strukturen und alles ist sehr grün. Färöer ist diesbezüglich schon einzigartig. Wir biegen auf die 10 ab und fahren jetzt wieder die Küste entlang. Unser Ziel sind die Steinsäulen Risin & Kellingin bevor wir dann nach Eysturoy fahren wollen.

Tjørnuvík

Kurz vor Tjørnuvík, ganz am Ende von Streymoy, haben wir einen guten Blick auf die beiden versteinerten Trolle. Wir schießen ein paar Fotos und machen uns dann auf nach Tjørnuvík. Tjørnuvík ist die älteste Siedlung der Färöer und hier endet auch die Straße. Wir schlendern durch den Ort mit den vielen grasbedeckten Holzhäusern. In der Mitte hat ein älterer Herr ein kleines Outdoor Kaffee eingerichtet. Es gibt Waffeln und Kaffee aus der Thermoskanne , nicht ganz günstig aber am Ende der Welt hat man keine Alternativen 😉 Am Parkplatz treffen wir noch die Erika und ihren Mann. Beide sind auch auf dem Weg nach Island. Wie sich herausstellt wohnen Sie quasi bei mir um die Ecke und wir sind sogar in der gleichen Facebook Gruppe ‚Bikerfreunde Rheinland & Eifel‘ Tja Zufälle gibt es. Von Ihnen erfahren wir auch das man als Motorradfahrer kein Maut für den Tunnel bezahlen muss 😉 Na also, et hätt noch immer jot jejange!

Eysturoy

Wir fahren auf die Nachbarinsel Eysturoy. Ein kleiner Stop in Eiði und dann gleich weiter bis nach Gjógv. Wir stellen die Mopeds ab und machen uns auf den Weg ans Meer wo der Naturhafen ins Landesinnere abgeht. An den Steilwänden tummeln sich die Möwen. Papageientaucher konnten wir leider nicht sehen. Wir haben Glück, für einige Minuten sind wir ohne Touristen und genießen es. Hier ist schon etwas mehr los. Als wieder ein Rudel Touristen herantrabt machen wir uns auf den Weg zum Hafen. Der Naturhafen von Gjógv liegt unterhalb einer Steilen Treppe. Bis ganz nach unten gehen wir nicht. Man kann sich aber gut vorstellen wie die Wikinger vor einigen hundert Jahren diese Naturspalte als Hafen genutzt haben.

Wir machen uns langsam wieder auf den Weg und Verlassen Eysturoy in Richtung Süden, gelangen wieder auf die Insel Streymoy und von dort zum Campingplatz nach Tórshavn. Ein schöner Motorradtag auf Färöer geht zu Ende. 

 

volle Distanz: 164.03 km
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Island 2017 – Tag 6 Nach Saksun und zur Sankt-Olav-Kirche

Mittwoch 28.06.2017  Färöer Flagge

Saksun

Heute bin ich früh aufgestanden. Ich möchte nach Saksun an der Westküste von Streymoy. Die Kirche von Saksun ist ein beliebtes Fotomotiv. Da heißt es früh anreisen um vor Touristen sicher zu sein. Ich fahre zunächst wieder über die alte Hauptstrasse Oyggjarvegur. Heute ist bestes Wetter und gute Weitsicht. Ich halte einige Male für Fotostops. Wirklich beeindruckend diese Bergstrukturen mit ihren schichtenförmigen Aufbau und dem knalligen Grüntönen. Ich nehme die 53 nach Saksun, es gibt nur eine Straße dort hin und diese ist einfach schön zu fahren. Einspurig schlängelt sie sich von einen kleinen Bach begleitet bis hin nach Saksun. Links und rechts erheben sich die Berge. Die Straße ist so früh am Morgen menschenleer. Nur Schafe und Vögel sind schon auf den Beinen und begleiten mich auf meinen Weg in den kleine Ort mit 8 Einwohnern. In Saksun ist es dann auch noch sehr ruhig. Erst ein Auto steht am Parkplatz, ich habe das ganze Tal fast für mich alleine. Ich bleibe einige Zeit, schaue mich um und mache viele Bilder bevor ich mich wieder auf meine Ténéré setze und weiter fahre um die Insel zu erkunden.

Sankt-Olav-Kirche

Vom Norden geht es jetzt ganz in den Süden von Streymoy. In Kirkjubøur
steht die Sankt-Olav-Kirche oder auch Ólavskirkjan. Sie ist das älteste Kirchenbauwerk auf den Färöer ca. 1250 errichte. Am kleinen Anleger treffe ich Hartmut. Er sitzt am Wasser und schmökert im Reiseführer. Ich schaue mir die Sankt-Olav-Kirche näher an. Sie ist gut erhalten und auch von Innen tadellos. Gleich daneben steht der Magnusdoms/Kirkjubømúrurin aus der Zeit um 1300. Der Dom steht auf der Warteliste zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ich mache mich langsam wieder auf den Weg nach Tórshavn. Heute Abend geht es mit der Fähre weiter nach Island. Da muss die ganze Ausrüstung noch zusammengepackt um am Motorrad verstaut werden.

Warten auf die Norröna

Gegen 16:00 Uhr ist Hartmut und ich fertig mit dem packen und wir machen uns auf den Weg Richtung Tórshavn. Wir wollen noch an der Fischbude zum Abschluss Fish and Chips essen. Danach geht es zur Fähre. Es sind schon viele Motorradfahrer dort und warten. Wir gesellen uns dazu und treffen einige Bekannte von der letzten Fährfahrt. Es herrscht reger Austausch was jeder so in den letzten Tagen erlebt hat. Die Zeit geht zwar nicht schnell vorbei aber irgendwann können wir auf die Fähre und machen die Mopeds fest. Diesmal sind wir die letzten, was zu Folge hat das wir morgen gegen 8:00 Uhr die ersten sind die dann auf isländischen Boden fahren dürfen 😉 Ich gehe früh schlafen, morgen heißt es gegen 5:30 Uhr raus, duschen und dann sind wir auch schon in Seyðisfjörður/ Island.

 

volle Distanz: 128.97 km
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Island 2017 – Tag 7 Ankunft & Borgarfjarðarhöfn

Donnerstag 29.06.2017 Flagge

Seyðisfjörður

Die Nacht war ruhig. Der Nordatlantik zeigt sich von seiner zahmen Seite. Ich stehe früh auf und gehe gleich duschen. Die Sanitäranlagen auf der Fähre sind in Ordnung. Gegen 6:00 Uhr bin ich auf Deck. Das Meer ist platt, blauer Himmel, Sonne und Island bereits in Sichtweite 😉 Ich lese noch etwas in meinem Reiseführer Rund um Island auf der Ringstraße * Gegen 8:00 Uhr fahren wir in den Fjord Seyðisfjörður ein. Wir haben ein wenig Verspätung aber was interessieren einen Zeitpläne wenn man nach einer Woche Anreise die ersten Eindrücke von Island verinnerlicht. Die Motorradfahrer dürfen heute mit als erste die Fähre verlassen. Direkt am Anleger in Seyðisfjörður gibt es einen Geldautomaten und dort habe ich mich mit Hartmut verabredet. Erst mal Bargeld holen wer weiß ob man überall mit Karte bezahlen kann.

Egilsstaðir

Wir machen uns auf nach Egilsstaðir. Das ist die nächste größere Stadt und mit etwas über 2000 Einwohner die größte Stadt im Osten. Dort wollen wir unsere Vorräte auffrischen. Es geht zunächst hoch zum Pass. Es herrscht dichter Nebel mit einer handvoll Meter Sichtweite. Die Auffahrt ist nicht einfach, was für eine Suppe. Oben angekommen, schlagartig ändert sich das Wetter, Sonne und blauer Himmel! In Island sagt man Wenn dir das Wetter nicht gefällt dann warte 5 Minuten. Ein weiser Spruch der auch hier und auf der ganzen Reise immer wieder zutrifft. In Egilsstaðir gehen wir einkaufen, dort ist ein großer Lebensmittelladen mit einigermaßen humanen Preisen. Noch kurz in die Tourist Info gegenüber und dann machen wir uns auf den Weg. Wir wollen beide nach Borgarfjarðarhöfn ganz im Osten aber wir wolle jeder für sich alleine fahren um unseren eigenen Rhythmus zu finden.

Borgarfjarðarvegur

Gleich hinter Egilsstaðir kommt die erste Schotterstraße der Borgarfjarðarvegur und es wird mit einem Schlag einsam. Jetzt ist er da der Moment auf den ich solange gewartet habe. Freiheit, es fühlt sich nach Freiheit an. Ich sauge die ersten Eindrücke in mich auf. Es geht durch eine Tiefebene, links und recht Gebirge und auf beiden Seiten dunkle Schwarze Wolken oben am Grat. Da muss ich drüber aber das ist mit im Moment zu feucht. Also erst mal ein schönes Plätzchen gesucht und Mittag gemacht. Das Wetter zieht weiter und ich mache mich auf den Weg über den Pass. Oben hat man eine tolle Aussicht über die Tiefebene, das Meer und die gegenüberliegende Gebirgskette. Der Borgarfjarðarvegur wird gerade frisch geschottert. Also aufpassen, es könnte unangenehm werden im tiefen und losem Schotter. Aber als ich die Baumaschinen hinter mir lasse ist alles wieder gut.

Borgarfjarðarhöfn

Mein Tagesziel ist Borgarfjarðarhöfn. Ganz im Osten gelegen endet hier die Strasse. Es gibt einen Parkplatz und einen kleine Yachthafen. Aber die Attraktion ist der kleine Hügel direkt am Hafen. Borgarfjarðarhöfn ist wirklich ein Topspot wenn man Papageientaucher (Puffin, Lundi) beobachten möchte. Vom Parkplatz sind es nur knapp 100m und man ist am Hügel. Dort kann man die Tiere hautnah beobachten. Es gibt Holztreppen über die man bis 2 Meter an die Papageientaucher herankommt. Es ist ein buntes treiben wie die Vögel immer wieder ans Meer fliegen und wieder zurückkommen. Ich könnte das stundenlang beobachten. Die drolligen Kerle sind wirklich süß. Aber in Borgarfjarðarhöfn gibt es auch viele Möwen und eine Kolonie Eissturmvögel.

Nach 2 Stunden gehe ich zurück zum Parkplatz. Dort kommt gerade Hartmut an. Er erzählt mir das er im nahen Campingplatz in Borgarfjörður untergekommen ist. So schlage auch ich mein Zelt dort auf. Der Camping ist sehr groß aber auch nur spärlich besucht. Man hat seine Freiheit. Abends dann noch ein Rundgang durchs nahe gelegene Dorf.

 

 

volle Distanz: 134.43 km
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Island 2017 – Tag 8 Bakkafjörður

Freitag 30.06.2017 Flagge

Richtung Bakkafjörður

Mein Ziel für heute ist Bakkafjörður. Wobei ich mir nicht wirklich Ziele setze wo ich am Abend sein möchte. Am Vorabend schaue ich mir die Karte an, checke die POI’s im Navi und überlege was man so machen kann. Worauf man so Lust hat und das Wetter wird in diese Planungen natürlich auch einbezogen. Meist bastele ich mir auf dem Garmin Montana* dann schnell eine grobe Route und das war’s im Prinzip. Für heute war dann also das etwaige Ziel Bakkafjörður. Hartmut wollte eventuell auch dort vorbei schauen. Ich bin dann gegen 8:00 Uhr losgefahren. und musste einen Großteil vom Vortag wieder zurück. Das Wetter war phantastisch und über die frisch geschlottert Straße von gestern waren schon ein paar Autos gefahren. Die Straße war dadurch wenig anspruchsvoll und ich konnte mich voll der Landschaft widmen. Man hat das Gefühl man muss alle 200m anhalten und Fotos schießen. Oft mache ich das sogar aber das ewige auf und absteigen schlaucht mit der Zeit. Die Tenere ist nicht gerade niedrig, voll beladen und man macht dann auch keine Strecke 😉

Geirsstaðakirkja

Ich mache halt an der Geirsstaðakirkja, das ist der Nachbau eine Torfkirche aus der Wikingerzeit um 930-1260. In den Jahren 1999-2011 wurde die Kirche rekonstruiert. Gleich neben der Kirche steht symbolisch ein Schiff aus Stein. Ich mache einige Bilder von der Szene und fahre dann weiter am Fluss Jökulsá á Brú entlang. An einer Brücke überquere ich diesen und fahre meine ersten 200m Ringstraße bevor es auf der anderen Flussseite, auf dem Hlíðarvegur, wieder nach Norden geht. Es ist Zeit für Mittag, ich brauche nicht viel. Etwas Brot, ein Stück Käse, Wasser zum trinken den Rest macht die Landschaft. Welch ein Festmahl.

Nach Mittag geht es über den nächsten Pass, zwar ist dieser nur 663 Meter hoch aber hat 13% Steigung. Die Straße ist gut. Den ganzen Tag Schotter 😉 ich komme gut oben an und runter nimmt die Steigung sogar noch zu. Also langsam im 1-2 Gang rollen lassen. Das Gewicht der bepackten Tenere drückt gewaltig. Es geht am Meer entlang, traumhafte Aussicht, der Schotter wechselt zu Asphalt die Straße wird breiter. Es geht durch den Ort Vopnafjörður, es reizt mich nicht anzuhalten, ein Durchgangsort halt. Auf den ersten Blick ohne Attraktion wie zum Beispiel einem Hafen, ich überlege kurz hier zu campen. Nein hier reizt mich nichts also weiter nach Bakkafjörður. Die letzten Kilometer geht es durch langweilige Felder aber es sind nur ein paar Kilometer dann bin ich da.

Camping Bakkafjörður

Der Campingplatz ist total verweist. In der kleinen Ortschaft ist eine riesige Wiese aber nirgendwo eine Rezeption, kein Mensch ist zu sehen. Alles Gebäude sind abgeschlossen… hm was machen… weiterfahren? Irgendwo höre ich Geräusche. Ich gehe ihnen nach und treffe einen Fischer. Auf meine Frage was mit dem Camping ist meint er nur. Da kannst Du zelten der ist umsonst. Ja, so war es dann auch. Der Platz war echt in Ordnung. Tische und Bänke vor dem Zelt, überall Windschutz aus Holzzäunen, eine kleine Outdoorküche und eine saubere Toilette. Was will man mehr! Zudem hatte ich den ganze Platz fast für mich alleine. Camping Bakkafjörður, Daumen hoch von mir. Hartmut kam dann leider nicht, er ist weiter gefahren.Warum nur Hartmut? Hast Du die schwarze Wand nicht vor uns gesehen. Nö hatte er nicht wie ich später erfahren habe 😉 Bei mir war bis auf ein paar Tropfen alles trocken. Abends schlendere ich noch etwas duch Bakkafjörður und fotagrafiere dies und das. Unter anderen auch diesen tollen Lost Place.

 

 

 

volle Distanz: 170.06 km
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