Island 2017 – Tag 19 Hochland Route F35

Dienstag 11.07.2017 Flagge

Es gibt Schotter

Heute dann endlich meine F35 Hochland Tour von Süden Richtung Norden. 200km Schotter quer durch’s Island Hochland. Ich war mir nicht sicher ob ich es alleine angehen soll aber die Route hat keine Furten und sollte machbar sein. Reisende hatten mir das bestätigt, aber weiß man was ein Allradfahrer darunter versteht? Ich bin Morgens etwas aufgeregt und mich hält es nicht lange am Campingplatz. Das Wetter ist fantastisch und es soll den ganzen Tag so bleiben. Ich hatte es die letzten Tage beobachtet den ich wollte nicht bei schlechtem Wetter durchs Hochland fahren.

Gullfoss Wasserfall

So ziehe ich also los Richtung Gullfoss Wasserfall. Der Wasserfall ist nur wenige Kilometer vom Geysir entfernt. Es ist schon einiges los, gehörte er doch auch wie der Geysir zum Golden Circle. Der Wasserfall ist wirklich ein Mordsteil, da geht ordentlich Wasser durch. Ich gehe nicht bis ganz nach vorne, da ist mir die Gischt heute einfach zu viel für meine Kamera. Aber auch von weiter weg ist Gullfoss mehr als beeindruckend. Ein paar Tage später höre ich das ein Tourist in den Wasserfall gefallen ist. Wer den Wasserfall kennt weiß das das nicht gut ausgehen wird. Zu gewaltig ist die Kraft der Wassermassen und so finden sie die Person auch erst ca. 4-5 Wochen später wieder. Man kann nur jedem raten mit ausreichend Respekt vor der Natur nach Island zu reisen.

Island Hochland Route F35

Gleich hinter Gullfoss kommt das Schild das anzeigt das weiterfahren nur mit Jeep und 4×4 erlaubt ist und Mietwagen hier keinen Versicherungsschutz haben. Aus der 35 wird jetzt die F35 dem Kjalvegur und der Belag wechselt in Schotter. Die Landschaft zieht mich direkt in ihren Bann. Da war es wieder dieses Gefühl welches ich die letzten Tage in den Westfjorden und im Süden etwas vermisst hatte. Ich halte an und genieße die Ruhe. Und es ist wirklich ruhig, kein Wind geht, kein Autolärm, keine Flugzeuge, keine Tiere und weit und breit keine Menschen. Es ist so still das ich das Blut in meinen Ohren pulsieren höre. Das ist beinahe schon wieder unheimlich. Das Panorama ist wirklich einzigartig. So hatte ich mir das Island Hochland vorgestellt. Rechts der Gletscher Hofsjökull, links der Langjökull und ich mittendrin 😉 Die F35 ist für mich gut fahrbar, es hat gelegentlich tiefe Schlaglöcher und lange Wellblechpassagen. Zweimal ist der Schotter etwas tiefer aber kein wirkliches Problem. Es macht riesig Spaß bei gutem Wetter diese Island Hochland Piste zu fahren.

 

Wasserfall Gýgjarfoss

Mein erstes Ziel auf der Hochlanddurchquerung ist der Wasserfall Gýgjarfoss am Gletscherfluss Jökulfall. Es geht auf der F347 einige Kilometer bis zum Wasserfall. Hm…. mit einer F dreistellig hatte ich ja gestern so meine Probleme, soll ich es wagen. Etwas mulmig in der Magengegend biege ich ab, der Schotter wird grober aber das war es auch schon. Die Straße macht mir keine Probleme. Der Wasserfall ist nicht schlecht. Ein paar Bilder und Kekse später mache ich mich wieder zurück auf den Weg zur F35.

 

Hveravellir

Nur ein paar Kilometer weiter geht es zum Hochtemperaturgebiet Hveravellir. Hier lebt wieder die Erde. Alles blubbert, zischt und riecht nach Schwefel. Es gibt Heißwasserquellen, Solfatare die vor sich hin fauchen, Springquellen, Sinterterrassen, Fumarolen kurz bis auf glühende Lava das ganze Programm. Island in seiner natürlichen Art.

Hveravellir liegt so ziemlich in der Mitte der F35. Die Straße ändert sich ab hier deutlich. Es hat nicht mehr so viel Schotter und ist im ganzen einfacher zu fahren. Die restlichen 80 Kilometer sind abgefahren und mein Island Hochland Abenteuer somit zu Ende. Der Tag war wirklich einer der Island Highlights für mich und entschädigt mich für die Touristenströme des gestrigen Tages.

Camping Hvammstangi

Übernachten werde ich wieder auf dem Camping Hvammstangi wo ich ja schon am Tag 13 übernachtet hatte. Warum noch mal hier? Beim letzten mal hatte ich vergessen das es auf der Halbinsel Vatnsnes auch Seehundekolonien gibt. Diese möchte ich mir Morgen etwas näher anschauen. Am Camping habe ich noch etwas Zeit und so drehe ich ein kleines Timelaps Video vom Zeltaufbau des Hilleberg Staika. Das auf und abbauen, vor allen Dingen die Geschwindigkeit habe ich in den letzten Tagen schätzen gelernt. Wenn man es täglich umstellt dann macht es keinen Spaß wenn alles so lange dauert. Beim Hilleberg kann man das Footprint ins Zelt einhängen. So steht das Zelt nach gut 204 Sekunden, aber es geht bestimmt noch etwas schneller.

 

volle Distanz: 280.24 km

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