Island 2017 – Tag 10 Mývatn – Goðafoss

Sonntag 02.07.2017 Flagge

Mývatn

Heute bin ich wirklich sehr früh los. Ich habe einige Sachen die ich unbedingt machen möchte. Die Gegend rund um Mývatn, dem Mückensee, hat derart viele Highlights zu bieten das normalerweise ein Tag nicht ausreicht. Aber ich stehe noch ganz am Anfang meiner Islandreise und weiß nicht wie sich die nächsten Tage entwickeln, also besser nicht bummeln. Mein erstes Ziel ist das Maar Víti das zum Zentralvulkan Krafla gehört. Ich komme am Námafjall / Hverarönd vorbei wo gestern noch die Hölle los war. Heute um 7:30 UHR ist der Parkplatz und das Areal menschenleer. Nee… da kann ich nicht vorbei fahren. Also kurz anhalten ein paar Fotos schießen und die Einsamkeit genießen. Dann geht’s weiter, ich komme an einer Dusche vorbei die am Wegrand steht und vor sich hin plätschert. Ja, Warmwasserproblem haben sie hier wirklich nicht. Allerdings richt das Wasser nach Schwefel und man sollte das Warmwasser auch nicht trinken. Die Straße endet oben am Maar Víti. Fein, ich bin der erste heute Morgen und genieße auch hier die Einsamkeit und das türkise Maar. Es geht die Straße wieder zurück, überall zapfen die Isländer die Wärme ab, alles dampft hier, es geht durch erkaltete Lavafelder und überall stehen mobile Seismographen herum. Ein deutliches Zeichen das um Mývatn vulkanische Aktivitäten in Gang sind.

 

Grjotagjá Cave

Mein nächster Stop ist Grjotagjá Cave direkt am Mývatn, eine Höhle mit einem kleinen heißen See. Früher haben sie hier gebadet aber ab den 80er Jahren hat sich die Temperatur auf über 60 Grad erhitzt. Also besser nicht reinfallen. Das blaue Wasser sieht schon sehr einladend aus aber ich habe gestern geduscht, kein Bedarf. Von hier möchte ich zum Hverfjall Krater wandern. Der ist ca. 2-3 km entfernt. Am Parkplatz schnell umgezogen, raus aus den Motorradklamotten, Trekkingschuhe und Stöcke angelegt und los geht’s.

Vulkan Hverfjall Krater

Der Hverfjall Krater ist für mich eines der Highlights in Island. Ist doch sein Erscheinungsbild so wie ich mir einen Vulkan vorstelle, wobei es nur sehr wenige dieser Art gibt. Hverfjall möchte ich heute aus nördlicher Richtung besteigen. Klar man kann auch bis unterhalb des Kraters fahren und von dort aufsteigen. Ja ich könnte sogar mit der XT bis oben hin fahren aber dann wäre der Spaß doch viel zu schnell vorbei und ich glaube das ist so nicht wirklich erwünscht. So wandere ich langsam auf den Krater zu. Dieser wird größer und größer. Der Krater ist wirklich gigantisch und rund um Mývatn zu sehen. So zu Fuß bekommt man noch viel mehr mit von der ganzen Landschaft. Ich sauge alles in mich auf 😉 Es geht hoch zum Krater. Die Trekkingstöcke* sind eine gute Hilfe. Schnell habe ich die 500m Aufstieg hinter mir gelassen. Oben dann die Belohnung, einen super Aussicht aber ich bin ja wegen des Kraters hier. Die Dimension ist der Wahnsinn. Genau so habe ich es mir vorgestellt, einfach irre. Das war wirklich eines der ganz großen Island Highlights für mich.

Zwei Sachen habe ich noch am Mývatn. Zum einen Höfði das ist ein kleiner Wald direkt am See mit bizarr erkalteten Lavaskulpturen im Wasser. Ja der Wald ist ganz nett, ich wandere einmal durch aber für mich nicht wirklich etwas besonderes. Der Isländer sieht das natürlich anders, ist Wald doch auf Island wirklich rar. So sind sie sehr stolz darauf und für einen kleine Spaziergang kann man es schon empfehlen. Mein anderes Ziel ist Dimmuborgir, ein Lavafeld mit bizarren Steinformationen. Es ist arg von Tourismus überlaufen. Es gibt mehrere Rundwege, ich nehme den kürzesten und das reicht mir auch schon. Der Funke will hier nicht recht überspringen. Die Wege sind breit und führen durch die Felsen. Ich komme mir wie in einem Zoo vor, wo nichts wildes und ursprüngliches mehr enthalten ist. Da haben es mir die Kilometerweiten Lavafelder von unterwegs schon mehr angetan.

Þverá Turf Touses

Es wird Zeit Mývatn den Mückensee zu verlassen. Ich tanke und nehme den Kísilvegur / 82 in Richtung Nordwesten. Ich will nach Þverá, eine kleine Ansammlung von Torfhäusern. Der Kísilvegur ist Klasse, schnurgerade geht es immer bergauf und bergab über die Hügel. Rechts erstrecken sich so weit das Auge reicht kilometerweit die lila Alaska-Lupine. Sie wurde vor Jahren hier angesiedelt um Sanderosion durch Verwehungen vorzubeugen. Das funktioniert Bestens und die Farbenpracht ist atemberaubend. Nach Þverá, zu den Turf Houses, geht es über eine 11km lange Schotterpiste. Der Weg führt durch ein Tal mit Flusslauf, dem Lachsfluss Laxá. Es hat sehr viel grün hier. Wahnsinn wie schnell sich die Landschaft verändert. Das tolle ist, ich muss das später alles wieder zurück fahren. Aber jetzt bin ich erst mal an den Torfhäusern. Die sind wirklich in sehr gutem Zustand und mit den rötlichen Steinen unglaublich farbenprächtig. Es ist sehr einsam hier, ich denke es werden nur selten Touristen vorbeikommen. Mir hat es um Welten besser gefallen als die bekannten Häuser von Glaumbaer. Also wenn Ihr mal hier seid kommt vorbei schaut es euch einmal an.

Goðafoss

Mein Weg führt mich weiter zum Goðafoss, dem Wasserfall der Götter. Wow, der ist wirklich nicht übel und einer der bekanntesten Wasserfälle Islands. Irgendwie erinnert er mich von seiner Form an die Niagarafälle. Es ist schon spät und die Touristenströme werden spärlicher. So habe ich kein Problem mir verschiedene Plätze und Perspektiven zum fotografieren zu suchen.

Camping Artun – Grenivik

Bis zum Campingplatz bei Grenivik ist es noch ein gutes Stück aber ich bin heute so viel gewandert da muss ich zur Abwechslung noch ein paar Kilometer hinten dran hängen. Ich nehme die kleine Schotterstraße Fnjóskadalsvegur eystr. Die Straße ist mal wieder ganz nach meinem Geschmack, schön klein, nichts los und alle paar Kilometer anhalten um Fotos zu schießen. Man kommt auf Island echt schwer von der Stelle. Versehentlich nehme ich einen Camping zu früh aber das entpuppt sich mal wieder als Glücksgriff. Umgerechnet 10,- EUR zahle ich für die Nacht. WLAN und duschen inklusive. Der Campingplatz in Artun hat eine riesige gepflegte Wiese direkt an einem kleinen See. Ich bin mal wieder der einzige hier und genieße die Ruhe und Natur. Heute war wirklich ein heftiger Tag und ich habe viel erlebt. Die nächsten Tage möchte ich deshalb etwas ruhiger angehen.

 

 

volle Distanz: 173.57 km

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